Nachhaltigkeit? Klingt erstmal nach einem verstaubten und verbrauchten Wort – oder nach dem Lieblingswort von Politikerinnen und Politikern. Aber spätestens seit Eckart von Hirschhausen uns daran erinnert hat, dass „Klimaschutz Gesundheitsschutz und Menschenschutz ist“, wissen wir: Das Thema geht uns alle an – und zwar täglich. Auch in der Schule.
Doch was bedeutet „Nachhaltigkeit“ eigentlich konkret – für uns als Realschule in Bayern? Das Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gibt es schon seit Jahrzehnten. Es ist Teil des Lehrplans und gilt als Schlüssel, um Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Leider bleibt die Umsetzung oft auf der Strecke. BNE wird häufig auf ökologische Themen reduziert – dabei geht es um weit mehr: globale Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung, hochwertige Bildung, Gleichberechtigung, Frieden, nachhaltige Stadtentwicklung und starke Partnerschaften. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, 2015 von 193 Ländern beschlossen, zeigen, wie vielschichtig und umfassend das Thema ist.
Als UNESCO-Projektschule sind wir diesen Themen ohnehin verpflichtet. Aber warum auch noch Klimaschule? Weil Nachhaltigkeit kein Trend ist – sondern eine Notwendigkeit. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft und meint: Nur so viele Bäume entnehmen, wie auch wieder nachwachsen. Heute bedeutet Nachhaltigkeit: Weitsicht, Verantwortung, Zukunft. Sie betrifft alles – von unserer Ernährung über Energie und Mobilität bis zu unserem sozialen Miteinander.
Besonders augenöffnend war für uns die Berechnung unseres ökologischen Fußabdrucks. Dabei wurde deutlich: Da geht noch was! Das bayerische Klimaschulprogramm hilft uns, gezielt daran zu arbeiten. In acht verpflichtenden Handlungsfeldern – Strom, Wärme, Einkauf, Mobilität, Kommunikation, Abfall, Ernährung und Kohlenstoffbindung – sowie drei freiwilligen Feldern wie Kompensation, Klimaanpassung und SDG-Projekten haben wir konkret angesetzt.
Wir wollten nicht nur reden, sondern machen. 36 Maßnahmen wurden bereits umgesetzt – von Licht aus bis Umwelt-Checker-Projekttage, von Upcycling bis zur klima-positiven Schulhofgestaltung. Und wir haben noch mehr vor: eine Kleidertauschbörse und eine Schülerfirma für nachhaltige Produkte sind bereits in Planung.
Unsere Aktionen, auch mit dem 1. FCN zusammen, bleiben auch nach außen nicht unbemerkt: Das Team vom Franken Fernsehen war bei uns zu Gast, um über unser Engagement zu berichten. Wir wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht immer mit Verzicht zu tun hat, sondern mit Verantwortung, Kreativität und Lebensfreude.
Hirschhausen sagt: „Der Klimawandel ist kein Eisbärproblem, sondern ein Menschheitsproblem.“ Deshalb gehört Klimabildung nicht als Extra, sondern selbstverständlich in den Schulalltag. Es geht nicht um Perfektion. Sondern um den ersten Schritt. Und dann den Nächsten.
Unsere Schulfamilie hat diesen Weg mit Herz, Kreativität und viel Teamgeist begonnen. Wer hätte gedacht, dass aus einem alten Fahrrad ein Smoothie-Bike werden kann? Oder dass ein vernachlässigter Innenhof zur grünen Oase wird?
Mit über 1000 Schülerinnen und Schülern und 85 Lehrkräften können wir viel bewirken. So wie Pinguine, die sich bei -40 °C zusammenkuscheln, um zu überleben, können wir uns zusammentun, um die Erderwärmung und globale Ungerechtigkeiten zu stoppen.
Ein herzliches Danke an alle, die daran mitwirken: an unseren MB Herrn Schmidt, unseren Schulleiter Herrn Schütz mit dem gesamten Direktorat, das Nachhaltigkeitsteam, das Sekretariat, den Elternbeirat, den Förderverein, unseren Hausmeister Herrn Baumeister, die Umwelt-Checker, das gesamte Kollegium und unsere engagierten Schülerinnen und Schüler!
Am 17.12.2024 war es dann so weit: wir wurden als erste Klimaschule im Silber-Status in Nürnberg zertifiziert. Und das ist erst der Anfang!
Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern ein Weg. Ein Weg, den wir gemeinsam gehen – mit Mut, Freude, Hoffnung und dem festen Willen, unsere Schule zu einem Ort zu machen, an dem Zukunft gelingt. Dabei darf die Verantwortung nicht allein auf Schulen lasten – auch Politik und Wirtschaft müssen handeln. Aber wir warten nicht ab. Wir handeln. Jetzt.
Denn wer, wenn nicht wir? Und wann, wenn nicht jetzt?
Wer mehr erfahren möchte: unser Klimaschutzplan ist auf der Homepage zu finden, und viele weitere Infos gibt es unter www.klimaschulebayern.de.
Elke Goertz im Namen des Teams Nachhaltigkeit
Umweltbeauftragte der PHR und BNE-Beraterin im Team Mittelfranken

