Welterbe erleben – Das UNESCO-Jugendcamp Bayern 2016

Das Wetter hätte nicht besser sein können, als sich 69 Schülerinnen und Schüler und 21 Lehrkräfte aus ganz Bayern auf den Weg zum DGB-Camp nach Markelfingen aufmachten. Mit dabei war auch eine Delegation unter der Führung von Frau Bohlender, die dem am Vortag vorausgeeilten Organisator Herr Leikam, ebenfalls von der PHR, hinterher fuhr. Dass fünf Mal Umsteigen durchaus auch zu Verspätungen führen kann, nahmen wir mit Humor, testeten die bahnhofseigenen Eisdielen und genossen das Bodenseepanorama umso mehr. Bei der Ankunft empfingen uns das Team vom KAP – Institut, die die Schülerinnen und Schüler an erlebnispädagogischen Stationen dazu brachten über sich hinaus zu wachsen. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden am Lagerfeuer Marshmallows und mit Schokolade gespickte Bananen gegrillt.

Am nächsten Tag ging es nach Birnau in die barocke Klosterkirche, die von einem Schüler mutig als Jugendstilkirche erkannt wurde. Der sehr engagierte Pater Konrad erklärte uns alle sieben Altäre mit ihren Heiligen, und zwar so, dass es tatsächlich richtig spannend war. (Keine Ironie!) Ein Fußmarsch führte uns durch ein Naturschutzgebiet nach Unteruhldingen zum am Ufer gelegenen Pfahlbautenmuseum. Nach einer spannenden Einführung wurden den Schülerinnen und Schülern das Leben in der Stein- und Bronzezeit sowie Arbeitsweisen der Archäologie vermittelt, während wir Lehrer einen geführten Rundgang über das weitläufige Gelände machten.

In den Workshops beschäftigten sich unsere Jüngsten mit der Herstellung von Kämmen, Schmuck aus Hirschhorn und dem Steinzeithandy, dem sogenannten Schwirrholz. Außerdem wurden Angeln und Schmucknadeln hergestellt. Die Ältesten ahmten die Arbeit eines Archäologen nach, indem sie Knochenfunde und Pflanzenreste bestimmten und katalogisierten, Scherben vermaßen und das Alter von Bäumen anhand ihrer Jahresringe ermittelten. Mit Sport und Spiel ließen wir den Abend ausklingen. Durch das UNESCO-Jugendcamp konnte somit nicht nur das Welterbe erlebt, sondern auch die Netzwerkarbeit vertieft werden. Wir bedanken uns bei der Hermann-Gutmann-Stiftung und dem Kultusministerium für die bereitwillige Förderung des Jugendcamps 2016.

Es ist besonders hervorzuheben, dass unsere Schule, die noch „nur“ eine interessierte UNESCO-Projektschule ist, sich in besonderer Form für das Gelingen dieses Jugencamps einsetzte.

Christoph Leikam, StR (RS)

Organisator des UNESCO-Jugendcamps 2016

vorm Abendessen Projekt Steinzeit Projekt Bronzezeit Praxis Originalfundstelle im Museum Gruppenbild Archeolab Begrüßung durch Museumsdirektor Begrüßung KAP-Institut Blick vom Badestrand zum Museum Blick vom Camp auf See Bronzezeitkrieger Erlebnispädagogik