Was uns bewegt – Projektpräsentation der 9. Klassen im Schuljahr 2019/20

Schule soll – soweit möglich – auf das spätere Berufsleben vorbereiten. Dafür benötigt man nicht nur ein umfangreiches Allgemeinwissen, auch Kompetenzen sind gefragt. Die Projektpräsentation als Leistungserhebung verlangt von den Schülern einiges: selbstständiges Arbeiten, intrinsische Motivation, Planungs- und Zeitmanagement. Man könnte also sagen, dass die Projektpräsentation dem neuen LehrplanPLUS ihrer Zeit voraus war, als sie vor zehn Jahren eingeführt wurde.

Die diesjährige Durchführung stand unter dem Motto „Was uns bewegt“. Bewegt hat uns Lehrkräfte, dass die Motivation der Schüler in den letzten Jahren stark abgenommen hatte. Der lange Bearbeitungszeitraum und die (vergleichsweise) geringe Gewichtung in der Bewertung waren aus der Beobachtung der Vergangenheit die hauptsächlichen Gründe für diesen Qualitätsschwund. Daher wurde das Konzept an der PHR grundlegend geändert.

Die Möglichkeit, in vielen Fächern kleine Leistungsnachweise zu erhalten, wich einem großen Leistungsnachweis in Deutsch und einem kleinen im Fach IT. Ein drittes Fach konnte optional als so genanntes „Inhaltsfach“ ausgesucht werden. Darüber hinaus sollten die Schüler nun die Gelegenheit erhalten, sich im Fachunterricht Deutsch zu treffen. Dafür wurde aber der Bearbeitungszeitraum auf dreieinhalb Wochen gekürzt. Viele Schüler empfanden das als zu knapp, doch die Ergebnisse der Präsentationen beweisen das Gegenteil, denn die Qualität der Ergebnisse war nicht schlechter als die Jahre zuvor. Auch die nun im Unterricht beobachtbare Arbeitsphase zeigte, dass es bei den Schülern Zeiten des Leerlaufs gab. Sie wurde also noch nicht effektiv genug genutzt. Eine weitere Besonderheit in der Konzeptionierung bestand in der Erstellung eines Produkts. Die Schüler sollten nun – so auch in Zukunft – ein Produkt erstellen, das der Kern der Präsentation sein sollte. Viele Gruppen erkannten dies als Chance und überraschten die bewertenden Lehrkräfte mit eigens gebauten Modellen und Versuchen. Doch leider gab es auch erneut die Präsentationen, die sehr kurzfristig und unter großem Zeitdruck mithilfe von Internetquellen lustlos vorgestellt wurden. Auch die Inhaltskompetenz ließ an dieser Stelle äußerst zu wünschen übrig.

Die diesjährige Projektpräsentation ist als eine Phase des Übergangs zu sehen und nicht in Stein gemeißelt. Schon jetzt hat der Prozess der Überarbeitung begonnen und Verbesserungsvorschläge von Seiten der Lehrkräfte, aber auch von Seiten der Eltern und Schülerschaft finden Berücksichtigung.

Ein besonderer Dank gilt hier allen beteiligten Lehrkräften, besonders den Fachschaften Deutsch und IT, die offen für Neues sind.

Sebastian Gibtner