Ängste und Vorurteile abbauen

Der interreligiöse Rundgang bot wieder einmal interessante Einblicke in den Islam und das Christentum. Die 7. Klassen durften dabei in Begleitung ihrer Religions- bzw. Klassenlehrer drei verschiedene Gotteshäuser im Stadtteil Gibitzenhof besuchen. Die katholische Kirche St. Ludwig, die DITIB Eyüp Sultan Moschee und die evang.-luth. Christuskirche öffneten ihre Türen und hinterließen bei den SchülerInnen einen außergewöhnlichen Eindruck. Die interreligiöse Aufgeschlossenheit der PHR-Schüler spiegelte sich auch beim Rundgang wieder. In der evang.-luth. Christuskirche wurden sie von Frau Bauer empfangen, die ihnen gleich erste Informationen über die Kirche und ihre Geschichte gab. Anschließend durften sie die Kirche selbst erkunden und konnten hautnah miterleben, wie die Atmosphäre in solch einem Gotteshaus ist. Das Kennenlernen der Gotteshäuser ist fest im Lehrplan verankert. Doch solche Erlebnisse können nicht durch Bilder im Religions- bzw. Ethikunterricht aufgezeigt werden. Der Rundgang bietet den SchülerInnen einen Anreiz, sich intensiver mit der jeweils anderen Religion bzw. Konfession auseinanderzusetzen. Außerdem nimmt er ihnen ein Stück weit die Angst vor dem vermeintlich „Fremden“, was dazu führt, dass sie sich offener gegenüber Andersgläubigen zeigen.

In der katholischen Kirche St. Ludwig begrüßten Frau Sammler und Gemeindereferent Herr Kleemann die SchülerInnen. Die knapp über 100 Jahre alte und mächtige Kirche mit den imposanten Doppeltürmen wurde während des Zweiten Weltkriegs nach schweren Bombenangriffen nahezu völlig zerstört. Die SchülerInnen waren sichtlich beeindruckt, als sie hörten, das Vieles – Ausstattung, Fenster, Türen – nach dem Krieg mühsam wieder beschafft werden musste. Spätestens in der DITIB Eyüp Sultan Moschee konnten alle SchülerInnen schließlich feststellen, dass es viele Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in den jeweiligen Gotteshäusern gibt. Vor allem als ihnen die Rituale der islamischen Gottesdienste erklärt wurden, waren die Eigenheiten und Besonderheiten des Islams deutlich. Die Moscheeführung zeigte den SchülerInnen, welchen Weg ein Muslim fünf Mal am Tag geht. Dabei soll er sich als Vorbereitung auf das Gebet rituell waschen. Das Herzstück der Moschee – der Gebetssaal – hat bei allen SchülerInnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Interessiert folgten sie den Informationen, die aus kurzen Texten von den SchülerInnen selbst vorgelesen wurden. Unser besonderer Dank gilt den Verantwortlichen in den jeweiligen Gotteshäusern für die interessanten und beeindruckenden Führungen und das geduldige Beantworten der vielen Fragen. Bis zum nächsten Jahr!

Erhan Cinar, StR