Mehr als nur eine Exkursion…

Die Peter-Henlein-Realschule versteht sich selbst nicht einfach nur als bloße Institution der Wissensvermittlung. Unsere Arbeit geht weit darüber hinaus, was sich auch in der Bewerbung zur UNESCO-Schule bemerkbar macht. Damit steht auch die Fahrt nach Krakau eng verbunden. Der bloße Besuch der Gedenkstätten Auschwitz I und II wäre hierbei zu wenig. Stattdessen versuchen wir, ebenfalls einen emotionalen Zugang zu schaffen, um den Schülern die Zeit des Holocaust näherzubringen.

Inzwischen gehört die Fahrt nach Krakau zum festen Bestandteil unseres Schulprofils und lockt viele Schüler an, die freiwillig mitfahren. Dieses Jahr waren es erneut 54 Stück aus allen zehnten Klassen. Frau Ernst, Frau Klee, Herr Gibtner und Herr Wurpes organisierten dieses mal die viertägige Exkursion, die verschiedene Bereiche unseres UNESCO-Säulenmodells abdeckt:

Menschenrechts- und Demokratieerziehung:

Die Gedenkstätte Auschwitz verdeutlicht wie kein anderer Ort, was es bedeuten kann, nicht im Schutz der Menschenrechte zu stehen. Die Auseinandersetzung mit den Ereignissen, die sich dort bis Januar 1945 abgespielt haben, zeigt dem Heranwachsenden die Bedeutung und Wichtigkeit unserer Grundrechte.

UNESCO-Welterziehung:

Auch aus der oben genannten Erkenntnis heraus erhielt das deutsche nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz 1979 unter anderem den Status eines erhaltenswerten Welterbes und gilt seither als geschützt, um es zukünftigen Generationen zu erhalten. Dabei dient dieser Ort eben nicht nur als Beweis für vergangene Verbrechen, sondern wird auch zu einer Begegnungs- und Gedenkstätte für die Nachfahren der Täter und Opfer. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass unsere Schüler dieses Erbe als wichtig erachten.

Interkulturelles Lernen:

Die viertägige Reise dient aber nicht nur der Erweiterung des Geschichtsbewusstseins. Unsere Schüler müssen sich darüber hinaus ebenso in einer fremden Großstadt mit fremden Menschen und fremder Sprache zurechtfinden. Dadurch kommt es zu interkulturellen Begegnungen und Zusammentreffen, die nicht selten zu positiven Erinnerungen unserer Schüler werden.

Global Citizenship:

Über den Kontakt mit der polnischen Kultur und über das historische Bewusstsein, das in dieser Fahrt gefördert werden soll, entwickelt sich bei den Lernenden gleichfalls ein Bewusstsein dafür, dass jede Person für sein Tun und Handeln verantwortlich ist. Aber darüber hinaus hat das eigene Tun und Handeln Konsequenzen für andere. Auch das ist eine Erkenntnis aus Auschwitz.

Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter:

Zuletzt ist die Fahrt zu der Gedenkstätte wichtig, um zu erkennen, dass das Recht auf  Meinungs- und Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit darstellen. Vielmehr sind es wichtige Privilegien, die es zu erhalten gilt. Hierfür können die Schüler ihre Erfahrungen und Erkenntnisse auf dieser Fahrt in schriftlicher Form (u.a. Schülerzeitung, Schülerradio) der Schule und den Mitschülern mitteilen.

Sebastian Gibtner StR (RS) (Geschichtslehrer und Teilnehmer an der Studienfahrt nach Auschwitz)