Schullandheim Riedenburg Klasse 6e – Bürgerschaftliches Engagement

Im Rahmen des Profilfaches Demokratie beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6e eine Woche damit, wie sie sich aktiv in die Zivilgesellschaft einbringen können. Das tolle Programm wurde vom Projekt „mehrWERT Demokratie“ der Stiftung „Wertebündnis Bayern“ inhaltlich und finanziell unterstützt.

 

Tag 1:

 

Am Montag begann für die gesamte Klasse 6e mit ihren Begleitlehrkräften Frau Donhauser und Herr Leikam eine abwechslungsreiche und spannende Woche mit der Busfahrt nach Riedenburg an der Altmühl.

Noch am Vormittag begann die erste Einheit zu Gewalt und Gewaltprävention. Am Nachmittag wurden diese beiden Begriffe mit zwei „Pack ma’s“-Trainerinnen noch weiter vertieft und aktiv mit leben gefüllt. Wie entsteht eigentlich Gewalt und welchen Einfluss haben Zuschauer auf die Entwicklung von Gewalt in einem Konflikt. Von den gewonnen Erkenntnissen ausgehend, wurden dann Möglichkeiten gesucht Zivilcourage zu zeigen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Der Selbstverteidigungskurs am Abend konnte jedoch leider nicht stattfinden, da der Karatelehrer kurzfristig absagen musste. Dies sollte jedoch die einzige Enttäuschung der Woche bleiben.

 

Tag 2:

 

Der Dienstagvormittag wurde von Schülerinnen und Schülern der Johann-Simon-Mayr-Realschule Riedenburg gestaltet, die sich als „Drugsters“ ehrenamtlich an ihrer Schule gegen den Missbrauch von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen engagieren und die ihre Mitschülerinnen und Mitschüler über Gefahren aufklären.

Die Drugsters haben hierzu vier Stationen mitgebracht, die den Weg in Alkohol- und Zigarettensucht zeigten, sowie die Gefahren, die davon ausgehen. Außerdem durften unsere Schülerinnen und Schüler selbst alkoholfreie Cocktails mixen. Die Klasse 6e beschloss umgehend am Sommerfest ebenfalls so leckere Cocktails mixen zu wollen. Die Drugsters haben daraufhin ihre Unterstützung bei Cocktailrezepten, aber auch bei einer eventuellen  Drugsters-Gruppe an der PHR zugesagt.

 

Am Nachmittag nutzten wir unser Glück mit dem Wetter für eine (für einige doch sehr) ausgedehnte und abenteuerreiche Wanderung zum Fuße des Schlosses Prunn. Nach insgesamt etwa 10km auf und ab mit teilweise etwas steileren Steigungen waren, trotz der zwischenzeitlichen Stärkung mit Eisbechern, viele Schülerinnen und Schüler doch etwas geschlaucht.

 

Am Abend durften wir den Stadtrat Toni Sorcan begrüßen, der uns mit einem sehr persönlichen Beitrag auf die Thematik „Migration und Flucht“ vorbereitete. Herr Sorcan wanderte selbst 1953 im Alter von 7 Jahren nach Brasilien aus, wo er bis 1967 lebte. Er berichtete davon, was im geholfen hatte die Integration zu schaffen und betonte dabei immer wieder die Bedeutung der deutsche Gemeinde in Brasilien, die ihnen das Ankommen erleichterte, bei Fragen half, und mit der man die eigenen Feste feierte. Herr Sorcan stellte eindrucksvoll dar, wie er sich voll und ganz als Brasilianer fühlte, aber dennoch ein Deutscher blieb.

 

Der Abend wurde dann noch mit einem gemeinsamen Lagerfeuer mit Marshmallow-Grillen abgerundet.

 

Tag 3:

 

Am nächsten Morgen befassten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst intensiv mit der genauen Bedeutung des Begriffes „Integration“ und fragten sich, wen es benötigt, das Integration gelingt. Hier wurde klar, dass Integration sowohl die Ankommenden fordert, als auch die Aufnehmenden. Gegen elf Uhr erschien dann ein ganz besonderer Besuch. Mohammed, Badar (Moon), Lilif und Nura, die als Geflüchtete letztes Jahr aus Syrien und Afghanistan nach Deutschland kamen, beantworteten bereitwillig alle Fragen, die ihnen gestellt wurden. Besonders freute sich Lilif, die noch kein deutsch oder englisch, aber fließend türkisch spricht, dass sie sich mit einigen unserer Schülerinnen unterhalten konnte.

Nach dem Mittagessen sammelten dann die Geflüchteten mit unseren Schülerinnen und Schülern Ideen, wie die Integration noch besser gelingen kann. Die Ergebnisse waren dabei so gut, dass die Vertreterin des Helferkreises Frau Müller beschloss sie bei der nächsten Zusammenkunft mit dem Bürgermeister diesem zu überreichen.

 

Tag 4:

 

Der Donnerstag begann erneut mit einer, diesmal deutlich kürzeren Wanderung zur Freiwilligen Feuerwehr Riedenburg. Der Kommandant und der Jugendwart führten die Schülerinnen und Schüler in den Aufbau der Feuerwehr, sowie in ihre Aufgabenbereiche ein.

Anschließend gab es eine ausführliche Führung durch das Feuerwehrhaus, bei der alle Gerätschaften, sowie die Mannschaftsräume erkundet wurden. Die 30-Meter-Drehleiter erlaubte den Schülerinnen und Schülern dann noch einen einzigartigen Blick über das Altmühltal. Doch das eigentliche Highlight war der Rücktransport mit den Feuerwehrautos.

 

Am Nachmittag wurde die Klasse dann noch, mit Hilfe von flammenreichen und explosiven Experimenten, über die Gefahren von Spraydosen in Feuer und brennendem Fett in der Küche ausgehend aufgeklärt. Zum Abschluss musste wir alle dann noch selbst ran und mit einem Feuerlöscher einen Brand löschen. Die Schülerinnen und Schüler erkannten dabei, dass die Bedienung eines Feuerlöschers eigentlich recht einfach funktioniert und, zumindest in einer Übung, auch Spaß macht. Vielleicht können sich ein paar der Schülerinnen und Schüler doch für ein Engagement in einer Jugendfeuerwehr begeistern.

 

Der letzte gemeinsame Abend wurde etwas länger, da wir unbedingt das Fußballspiel BVB gegen Liverpool sehen mussten.

 

Tag 5:

 

Zum Ende der Woche erhielt jeder eine wohlverdiente Urkunde überreicht. Um einige Erkenntnisse reicher fuhren wir nach Hause. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei der gesamten Klasse bedanken. Alle Referenten und Referentinnen waren von eurem Engagement und euren tollen und produktiven Beiträgen begeistert.

 

Christoph Leikam, StR (RS)Feuerl+Âschen 6e _ 2

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